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Das kleine Modellbau 1x1

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Das kleine 1×1(mit freundlicher Genemigung von mein-hangar.de)

Hier eine kleine Auswahl an Tipps und Tricks für den RC Modellbau und Flug. Sie sollen Dich schneller zum Erfolg führen und Dir die eine oder andere Reparatur entweder ganz ersparen oder erleichtern. Basiswissen eben.

Rettet die Flügel

  • Tragflächen erleiden recht häufig diverse Beschädigungen.   Durch den Einbau von Verstärkungen bzw. Verstrebungen kannst Du Tragflächen robuster machen.   Achte aber darauf, dass Du nur leichte Materialien (Balsaholz oder Carbon/Fieberglas) verwendest, damit Dein Modell nicht unnötig schwer wird. Außerdem musst Du darauf achten, dass die Tragfläche auf einer Seite nicht schwerer wird als auf der Anderen.Bei Schubprops (Propeller, die entgegen der Flugrichtung zeigen) kannst Du entlang der hinteren Kante der Tragfläche eine leichte Metallstange (wie für Servos gedacht) mit Klebeband befestigen. So kann der Propeller nicht mehr die Tragfläche zerhacken, wenn es diese bei einer ungeschickten Landung verdreht (was durch die flexiblen Gummibänder, mit denen die Tragfläche befestigt ist, möglich ist).


Liebe Deinen Akku – Dann liebt er Dich auch

Akkus sind kleine Wunder der Technik. Sie speichern Unmengen von Energie. Grundsätzlich solltest Du immer sehr sorgsam damit umgehen.

  • Akkus sollten weniger als 6 Stunden vor dem Fliegen geladen werden – Nicht schon Tage zuvor.

  • Achte beim Laden darauf, dass sie nicht zu heiß werden. Wenn Du sie nicht mehr bequem in der Hand halten kannst sofort den Ladevorgang abbrechen.

  • Nach dem Leerfliegen eines Akkus sollten die warmen Akkus erst vollständig abgekühlt sein, bevor Du sie wieder lädst.

  • Akkus (insbesondere NiCd Akkus, die unter dem Memoryeffekt leiden) sollten immer vollständig leer sein, bevor Du sie wieder lädst. Entweder ganz leer fliegen, oder mit dem Ladegerät erst vollständig entladen.

  • Gehe sehr vorsichtig mit Akkus um. Sie sind empfindlich und sollten nicht beschädigt werden. Beschädigungen können zu Kurzschlüssen, Explosionen und gefährlichen Bränden führen.

  • Die Anschlüsse müssen robust und sauber sein. Goldkontakte sind hier sehr zu empfehlen. Auch sollten Kabel gelötet und/oder verzinnt (mit Lötzinn überzogen) werden. Schrumpfschlauf, der sich durch erhitzen mit z.B. einem Feuerzeug zusammenzieht (schrumpft) solltest Du einsetzen, um offenen Stellen zu isolieren. Das vermeidet Kurzschlüsse, die die Elektronik und den Akku beschädigen und sogar zu gefährlichen Bränden und Explosionen führen können.

  • Akkus immer kühl (nicht eiskalt) lagern. Bei längeren Lagerzeiten etwa halbvoll lagern. Akkus alle 2 Monate komplett entladen.

  • Alte Akkus bitte der Umwelt zu Liebe fachgerecht entsorgen.

NiCd Akkus haben den unangenehmen Nebeneffekt, dass Sie schnell an maximaler Ladekapazität verlieren. Diesem sogenannten Memoryeffekt kannst Du entgegenwirken, indem Du die Akkus immer ganz leer fliegst oder mit einem Ladegerät vor dem erneuten Landen erst völlig entlädst. Durch Entladen unter hoher Leistung (über 15A) sollen sogar die Kristallinen Strukturen in den NiCd Akkus optimiert werden. Ob das wirklich stimmt kann allerdings keiner garantieren.

Motor & Getriebe schonen

  • Um die Lebzeit zu verlängern solltest Du neue Motoren und Getriebe erst 60 – 120 Minuten einlaufen lassen. Dabei sollte keine Belastung auf dem Motor und/oder Getriebe sein. D.h. ohne Propeller und bei einer sehr geringen Voltzahl von ca. 3V über eine Netz/Ladegerät. Zwar musst Du nicht gleich ein Ladegerät mit „Motoreinlauffunktion“ kaufen – aber das Einlaufen von Motor und Getriebe ist grundsätzlich etwas Gutes.

  • Getriebe solltest Du leicht schmieren – z.B. mit Fett wie Vaseline.

  • Normalerweise sollte man Motoren mit (oft beiliegenden) Kondensatoren entstören. Kürze die Anschlussdrähte des Kondensators dazu so weit wie möglich, da sonst die Wrikung der Entstörung abnimmt.

Empfänger – Eine Frage des Einbaus

  • Der Empfänger sollte gut gesichert eingebaut werden. Achte darauf, dass er möglichst weit weg von Motor, Regler und Akku eingebaut wird (Motoren können Störungen verursachen).

  • Das Antennenkabel des Empfängers auf keinen Fall kürzen oder aufrollen.   Es sollte entlang des Rumpfes laufen – idealerweise außerhalb.

Propeller tun weh

  • Achte immer darauf wo deine Finger und andere Gliedmaßen sind, wenn der Propeller läuft oder Du den Akku anschliesst. Laufende Propeller können verheerende Folgen bis zur unfreiwilligen Direkt-Amputation haben.   Sie drehen sehr schnell und sind extrem scharf. Das gilt natürlich auch für Körperteile anderer Menschen und Tiere.

  • Sollte der Propeller verbogen werden oder Unwuchten bekommen empfehlen wir den Austausch.   Eine Reparatur lohnt meist nicht. Unwuchten nie abschleifen.

Verflixter Kleber

  • Benutze immer nur Qualitätsprodukte. Billig-Kleber rächen sich oft im ungünstigsten Moment – meist hoch im Himmel.

  • Bei Styropor Modellen darfst du keinen Kleber mit Lösungsmitteln benutzen, da diese das Styropor auflösen.   Nur speziellen Styroporkleber benutzen (z.B. von UHU den 2 Komponenten-Kleber).   Das gilt auch für Lacke – Diese müssen Wasserlöslich sein. Es gibt spezielle Styroporlacke.

  • Benutze so viel wie nötig und so wenig wie möglich.   Auch Kleber erhöht das Gewicht Deines Modells.

  • Sekundenkleber hat die Angewohnheit die Spitze zuzukleben.   Hier verschafft eine Kanüle (Aus der Apotheke) Abhilfe. Kanüle als Spitze an den Kleber stecken und bei Verstopfung einfach „freibrennen“. Sekundenkleber immer im Kühlschrank aufbewahren.

Kabelsalat

Kabelsalat ist schlecht – sehr schlecht.   Zum Einen verliert man den Überblick, zum Anderen können sich lose Kabel in Servos oder Servostangen verhaken, was katastrophale Folgen haben kann. Daher Kabel immer sauber und fest verlegen.

Sicher in der Luft

  • Fliege immer nur da, wo Du niemanden (auch Tiere) störst oder gefährdest.

  • Bleib weit weg von Hochspannungsleitungen.

  • Getreidefelder im Sommer haben einen guten und zwei schlechte Effekte. Zum einen fangen Sie wackelige Landungen gut ab. Andererseits kann man sein Modell in hohen Feldern sehr, sehr lange suchen. Außerdem zertrampelt man dabei die Ernte und so das Einkommen des Bauern.

  • Immer gegen den Wind starten und landen.

  • Man schaltet grundsätzlich immer erst den Sender ein (Gas dabei auf Null bzw. Minimum) und dann den Empfänger ein. Der Flugakku wird als Letztes angeschlossen.

  • Erstflüge immer unter optimalen Bedingungen durchführen – d.h. bei Windstille und in Begleitung eines erfahrenen Piloten.

Dein Flieger ist eine Waffe

Denke immer daran, dass Du mit Deinem Flugzeug erhebliche Sachschäden und schlimme Personenschäden verursachen kannst. Mit dem Propeller kannst Du Dich und Andere ernsthaft verletzen. Akkus können brennen und explodieren. Die Spitze eines Flugzeugs kann Menschen und Tieren erheblichen Schaden zufügen oder sogar tödlich verletzen, wenn sie z.B. jemandem mit Wucht gegen den Kopf / die Schläfe fliegt.   Steuere Deinen Flieger also vorher lieber in den Boden, ein Gebüsch oder einen Baum als auf Menschen oder Tiere. Alles ist besser als jemanden zu verletzen.

Hallo Herr Kaiser

Da du mit Deinem Flieger unabsichtlich sehr viel Schaden anrichten kannst empfiehlt sich eine extra Haftpflichtversicherung. Eine normale Privathaftpflicht deckt Schäden durch motorisierte Flieger nicht ab. Bei der Gerling Versicherung bekommst Du die Exklusiv Private Haftpflicht online für nur ca. 88,- EUR im Jahr. Diese deckt dann auch RC Flugzeuge ab. Alternativ solltest Du überlegen in einen Verein einzutreten – hier bist Du durch die Mitgliedschaft meist versichert.

Reparaturen

Beim Fliegen kann immer mal etwas zu Bruch gehen. Modellbau Händler empfehlen dem unbedarften Anfänger dann oft das Teil gegen ein neues Ersatzteil zu tauschen. Damit haben sie natürlich oft Recht – insbesondere wenn man davon ausgeht, dass viele Menschen nicht so gerne viel Zeit mit Reparaturen verbringen. Der angenehme Nebeneffekt für den Händler ist, dass er an Ersatzteilen am meisten Geld verdient. Aber dass kennst Du vielleicht schon von deinem Auto.

Hier eine Liste in der Du die gängigsten Schäden findest. Dazu haben wir einige Tipps zur Reparatur vs. den Austausch geschrieben. Frohes Basteln!

Schaden

Reparatur

Austausch

Propeller

In der Regel nicht möglich. Propeller werden sehr stark belastet. Wenn sie beschädigt werden sollten sie ausgetauscht werden.

Propeller sind verhältnismässig günstig und sollten ausgetauscht werden. Der Austausch kann meist mit nur wenigen Handgriffen und einem Schraubenzieher gemacht werden.

Tragfläche

Tragflächen sollten fast immer repariert werden. Man muss jedoch darauf achten, dass das Profil erhalten bleibt und die Tragfläche hinterher nicht schief ist oder auf einer Seite schwerer als auf der Anderen ist. Das beeinträchtigt das Flugverhalten durchaus negativ. Bespannte Tragflächen können mit Balsaholz, Epoxy Kleber und Folie in den meisten Fällen wieder gerichtet werden. Styropor Tragflächen können ganz einfach mit speziellem Styroporkleber geklebt werden und falls notwendig mit speziellen Styrolack lackiert werden. Achtung: Normaler Kleber und Lack lösen Styropor auf. Oft lohnt es sich auch sehr leichte Verstrebungen aus Balsaholz oder besser Carbon/Fiberglas-Stangen einzubauen, um die Belastbarkeit zu erhöhen.

Bei Styropor oder Fertigmodellen werden oft komplette Tragflächen zum schnellen Austausch angeboten. Diese lohnen sich, wenn Du entweder wenig Zeit in eine Reparatur investieren möchtest oder nicht all zu talentiert darin bist. Es kann auch sehr sinnvoll sein eine schon öfter reparierte Tragfläche zu ersetzen, da Reparaturen das Flugverhalten nach und nach verschlechtern.

Getriebe

Getriebe können sich abnutzen oder bei Bruchlandungen verbiegen beziehungsweise brechen. Ist das Getriebe kein Totalschaden kann man oft einzelne Teile ersetzen. Man sollte Antriebswellen jedoch nie versuchen geradezubiegen – das ist einfach so gut wie unmöglich.

Stark abgenutzte Getriebe sowie verbogene Antriebswellen oder gebrochene Getriebeteile sollten immer ersetzt werden.

Leitwerk

Für das Leitwerk (Höhenruder, Seitenruder) gilt das gleiche, wie für Tragflächen.

Für das Leitwerk (Höhenruder, Seitenruder) gilt das gleiche, wie für Tragflächen.

Rumpf

Wenn der Rumpf nach einem Absturz nicht allzu sehr beschädigt ist, lohnt sich eine Reparatur mit Balsaholz und Folie durchaus (Styropormodelle mit speziellem Styroporkleber kleben). Ist der Rumpf allerdings total verzogen oder gestaucht hilft das meist auch nicht mehr.

Man kann oft einen Ersatzrumpf kaufen. In vielen Fällen lohnt es sich jedoch eher ein komplettes Modell ohne Antrieb und Zubehör zu kaufen, da dieses preislich unwesentlich höher liegt.

Fahrwerk

Ein verbogenes Fahrwerk lässt sich einige Male mit einer Zange wieder richten. Doch mit der Zeit ermüdet das Material meist und bricht. Man kann nun einen stabilen Draht nehmen und das Fahrwerk nachbiegen. Das ist sehr mühsam und lohnt sich nicht immer. Räder können meist nur getauscht werden.

Ein Fahrwerk muss stabil sein, da das Modell sonst bei der Landung erheblichen Schaden erleiden kann. Wenn Du das Fahrwerk schon mehrmals grade gebogen hast, solltest Du es unbedingt austauschen.

Motor

Wenn der Motor nicht mehr läuft kann man zunächst alle Kontakte prüfen und sicherstellen, dass es keinen Kurzschluss gegeben hat. Wenn das nicht hilft oder es übel riecht ist der Motor hinüber. In diesem Fall kann man im Prinzip gar nichts mehr machen. Meist gehen Motoren mit der Zeit kaputt oder werden durch Überhitzung zerstört.

Kaputte Motoren sollten einfach ausgetauscht werden. Bei Bürstenmotoren ein recht günstiges unterfangen. Bei Bürstenlosen Motoren wird das allerdings schnell teuer.

Elektronik

Wenn Du nicht grade ein Elektro-Ingenieur oder ähnliches bist, solltest Du die Finger davon lassen und Servos, Sender, Empfänger und Regler besser nicht zerlegen. Selbst wenn Du sie wieder zusammenbekommst haben die meisten von uns hinterher aus unerklärlichen Gründen einige Schrauben übrig.

Kaputte Elektro-Komponenten vom Fachhändler testen lassen. Bei Garantie vom Hersteller reparieren oder gleich austauschen lassen.

Akku

Defekte Akkus sollte man nicht manipulieren. Sie enthalten giftige Stoffe und können sogar explodieren. Die Lebzeit von allen Akkus ist begrenzt und ihre Leistungsfähigkeit nimmt über die Zeit hinweg ab. Das ist natürlich abhängig vom Akkutyp sowie vom Hersteller.

Wenn ein Akku einfach nicht mehr genug Leistung für Dich bringt solltest Du ihn entweder in einem kleineren Flieger einsetzen, der nicht so viel Leistung braucht oder gleich umweltfreundlich entsorgen und durch einen Neuen ersetzen. Bei der Gelegenheit lohnt es sich zu überlegen, ob Du nicht gleich auf eine neuere und leistungsstärkere Akku- Technologie (z.B. Lipo Akkus) umsteigst.